Allgemein

Transparenz und Fairness bei Pflegegeldeinstufung

St. Pölten, 13.05.2010

Vor kurzem präsentierte die Volksanwaltschaft im Parlament ihren Bericht über das Pflegegeld in Österreich. Dabei wurde festgehalten, dass in rund 20% der Beanstandungen die Einstufung des Pflegebedarfes zu niedrig ist. Das bedeutet für die Betroffenen, dass sie für das notwendige Ausmaß ihrer Pflege zu wenig Geld zur Verfügung haben. Die Präsidentin der Interessenvertretung der NÖ Familien, Erika Adensamer, unterstützt daher mit Nachdruck die Forderung der Volksanwaltschaft nach Einführung von einheitlichen Qualitätsstandards zur Pflegegeldbemessung und fordert die zuständigen Stellen auf, unverzüglich zu handeln!

420 000 Personen, das sind rund 5 Prozent der österreichischen Bevölkerung, bezogen 2009 Pflegegeld. Die Höhe der finanziellen Zuwendung wird durch medizinische Gutachten von Sachverständigen ermittelt. Da aber der Zustand der Pflegebedürftigen in der Regel zwischen guten und schlechten Tagen wechselt, ist die Bewertung des tatsächlichen Pflegebedarfs oftmals schwer. Außerdem dauert es immer wieder Wochen, bis der medizinische Gutachter/ die medizinische Gutachterin die Untersuchung durchführen kann. Da in der Zwischenzeit die Pflegemaßnahmen bereits zu einer Besserung des Gesundheitszustandes geführt haben, erfolgt mitunter eine zu niedrige Einstufung. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass diese Besserung in den meisten Fällen nur durch eine kontinuierlich gleich bleibende Qualität und Intensität der Pflege beibehalten werden kann, da sonst wiederum eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes droht. Prüfverfahren durch die Volksanwaltschaft bestätigen, dass ein Fünftel der beanstandeten Einstufungen tatsächlich fehlerhaft sind.

Einheitliche Qualitätsstandards zur Pflegegeldbemessung

„Für gute Pflege bedarf es eines großen persönlichen Aufwandes, der aber auch erhebliche finanzielle Belastungen mit sich bringt. Umso wichtiger ist die richtige Einstufung bei der Höhe des Pflegegeldes“, so LAbg. Erika Adensamer, Präsidentin der Interessenvertretung der NÖ Familien. „Ich fordere daher die umgehende Einführung von einheitlichen Qualitätsstandards zur Pflegegeldbemessung! Zufallsergebnisse sind hier fehl am Platz, weil alle Pflegebedürftigen gleich behandelt werden sollen!“

Wenn Zweifel über die Einstufung des Pflegegeldes vorliegen, ist eine Kontaktaufnahme mit der Volksanwaltschaft empfehlenswert:

Telefon: 0800 223 223 (kostenlos), weitere Infos unter www.volksanwaltschaft.gv.at

Rückfragen


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